From the magazine ARV-DTA 1/2020 | S. 53-59 The following page is 53

Bundesgericht, I. sozialrechtliche Abteilung, Urteil vom 20. Februar 2020, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (8C_420/2019)

Öffentliches Personalrecht; Lohngleichheit von Frau und Mann/
Droit de la fonction publique; égalité entre femmes et hommes

Dr. Hubert Fritsch
RA Dr. Anne Meier

Auf der Grundlage des Diskriminierungsverbots von Art. 3 GlG ist es auch Männern als Angehörigen eines überwiegend weiblich besetzten Berufs gestattet, den Lohngleichheitsanspruch geltend zu machen (E. 3.2). Beim Beruf des Psychologen und der Psychologin handelt es sich um einen typischen Frauenberuf, da der Frauenanteil mehr als 70% beträgt, bei den Vergleichsberufen (Ingenieur, Revisor, Steuerkommissär) dagegen um männlich definierte Tätigkeiten. Da der Beschwerdeführer – ein Mann – eine Diskriminierung im Vergleich zu typisch männlichen und/oder geschlechtsneutralen Berufen geltend macht, als Psychologe jedoch eine typisch weibliche Funktion ausübt, ist das GlG anwendbar (E. 4).

L’interdiction de la discrimination, selon l’art. 3 Leg, permet aussi aux hommes exerçant un métier typiquement féminin de faire valoir le droit à l’égalité salariale (c. 3.2). La profession des psychologues est typiquement féminine, puisque la pro­portion des femmes y dépasse 70…

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